Spitzenkandidaten zum Direktvertrieb
Berlin, den 28. September 2009 – Der Direktvertrieb ist ein wichtiger Wirtschaftszweig, so hatten es die Spitzenkandidaten der großen politischen Parteien wenige Tage vor der Bundestagswahl fast übereinstimmend formuliert.
Auf die Frage von DIREKT!, welche wirtschaftliche bzw. wirtschaftspolitische Bedeutung der Direktvertrieb hat, waren sich die befragten Politiker einig, dass der Direktvertrieb für Anbieter und Kunden viele Vorteile hat. Lesen Sie dazu auch unsere Pressemitteilung vom 9. September, die rechts als Download zur Verfügung steht.
„Der Direktvertrieb ist ein entscheidender Wirtschaftszweig, dessen
Umsätze kontinuierlich steigen – und in Zukunft noch weiter steigen
werden“, sagte zum Beispiel Volker Kauder, Fraktionschef von CDU/CSU im Deutschen
Bundestag. Bereits heute nutze jeder zweite Verbraucher den
Direktvertrieb.
Volker Kauder (CDU)
Auch Frank-Walter Steinmeier, künftig Oppositionsführer, ist der Ansicht, dass
der Direktvertrieb in Deutschland eine wichtige Rolle spielt: „Gerade
im ländlichen Raum sichert der Direktvertrieb die Versorgung der
Menschen. Das brauchen wir.“

Frank-Walter Steinmeier (SPD)
Eine ähnliche Position vertritt auch Oskar Lafontaine,
Fraktionsvorsitzender von „Die Linke“ im Deutschen Bundestag:
„Besonders in strukturschwachen Regionen, aus denen sich große
Handelsketten zurückziehen, kann der Direktvertrieb belebend wirken.“
Oskar Lafontaine (Die Linke)
Die Freien Demokraten, künftig aller Voraussicht nach mit auf der Regierungsbank, betonen die verbraucherpolitische Bedeutung des Direktvertriebs.
„Gerade aus verbraucherpolitischer Sicht stellt diese Vertriebsform
eine Chance dar, da Unternehmen und Endverbraucher in direktem Kontakt
stehen und somit eine seriöse Vertrauensbasis auf Handelsebene
geschaffen werden kann“, so Gudrun Kopp, Sprecherin der
bisherigen FDP-Bundestagsfraktion für Energiepolitik und Welthandelsfragen.
Gudrun Kopp (FDP), Foto: Ossenbrink
Jürgen Trittin, Spitzenkandidat von Bündnis90 / Die Grünen, hob im Gespräch mit DIREKT! die
Bedeutung des Direktvertriebs für kleinere Unternehmen hervor: „Wir
schätzen den Direktvertrieb als einen Vertriebsweg, der es kleinen und
mittelständischen Unternehmen möglich macht, eine direkte Abhängigkeit
vom Großhandel zu umgehen.“

Jürgen Trittin (Bündnis90 / Die Grünen)
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Um den Direktvertrieb zu fördern, sei es wichtig, einen Ausgleich zwischen den Interessen der Anbieter und denen der Verbraucher zu schaffen – auch darin sind sich die Parteien einig. Dies soll im Rahmen des neuen EU-Verbrauchervertragsrechts geschehen. Während die Liberalen für eine Vollharmonisierung der nationalen Rechtsvorschriften, also für eine europaweit einheitliche Regelung, eintreten, sind die anderen Parteien in dieser Hinsicht eher skeptisch.
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So bleibt die Union bei ihrer bereits im Europa-Wahlkampf vertretenen Position und will prüfen, „in welchen Bereichen eine Vollharmonisierung angestrebt und in welchen Bereichen die bewährten nationalen Regelungen weiter Geltung haben sollten“. CDU-Fraktionschef Kauder: „Die CDU ist dafür, eine so genannte Korridorharmonisierung einzuführen, d. h. eine Minimalharmonisierung und ein Maximalniveau – zwischen beiden können sich die Mitgliedsstaaten bewegen und haben damit einen gewissen Gestaltungsspielraum.“ Auch Frank-Walter Steinmeier ist dafür, die geplanten Harmonisierungsmaßnahmen noch einmal zu prüfen: „Ich unterstütze die Harmonisierung des Verbraucherschutzes in der Europäischen Union. Sie darf aber nicht zu einer Absenkung unserer deutschen Standards führen.“
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Wesentlich kritischer äußerten sich Bündnis90/ Die Grünen: „Mit ihrem Richtlinienentwurf zur Vereinheitlichung des europäischen Verbraucherrechts auf niedrigem Niveau betreibt die EU-Kommission leider Raubbau an den nationalen Verbraucherrechten. Wir Grüne wollen das Verbraucherrecht aber nicht auf den kleinsten gemeinsamen Nenner stutzen“, so das Statement von Spitzenkandidat Trittin gegenüber DIREKT!
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Aus Sicht des Bundesverbandes Direktvertrieb würde die geplante Vollharmonisierung zu mehr Rechtssicherheit in den 27 Mitgliedsstaaten führen. Bisher hatte es in Sachen Verbraucherschutz nur Mindeststandards gegeben. Bei einer Vollharmonisierung dürften die Mitgliedsstaaten keine strengeren als die in der Richtlinie vorgegebenen Vorschriften erlassen und müssten Regelungen, die darüber hinaus gehen, entsprechend anpassen. „Die von der EU-Kommission geplante Vollharmonisierung dient der Weiterentwicklung des Binnenmarktes, und ein gut funktionierender Markt ist der effektivste Verbraucherschutz“, so Wolfgang Bohle, Geschäftsführer des Bundesverbandes Direktvertrieb.
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Bundesverband Direktvertrieb Deutschland e. V.
Der Bundesverband Direktvertrieb ist der Spitzenverband des
Direktvertriebs in Deutschland und vertritt seit 1967 die Interessen
namhafter Direktvertriebsunternehmen des privaten Konsumgüter- und
Dienstleistungsbereichs. Zu seinen Mitgliedern zählen so bekannte
Unternehmen wie AMC, AVON, Deutsche Telekom, HEIM & HAUS,
inmediaONE], JEMAKO, LichtBlick, Mary Kay, Tupperware, Vorwerk, Yello
Strom und die Weinvertriebe der WIV-Gruppe. Die Mitgliedsunternehmen
haben sich zur Einhaltung von Verhaltensstandards verpflichtet, die für
ein faires Miteinander im Direktvertrieb sorgen. Im Jahr 2008 erzielten
die Mitglieder des Bundesverbandes einen Gesamtumsatz von rund 1,7
Milliarden Euro und beschäftigten über 160.000
Außendienstmitarbeiter/innen.
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