Berlin, 15. Februar 2006. Das eine oder andere Produkt wird ganz spontan mit dem Direktvertrieb in Verbindung gebracht. Die gesamte Palette der Leistungen, die auf diesem Wege vertrieben werden, bietet aber eine überraschende Vielfalt. So ist vielen Verbrauchern nicht bewusst, dass jedes vierte elektrische Haushaltsgerät, fast vier von zehn Bausparverträgen, 80 Prozent aller Versicherungen, jedes zehnte Auto und jeder zehnte Kosmetikartikel über den Direktvertrieb seine Abnehmer findet.
Wie die vom Bundesverband Direktvertrieb in Auftrag gegebene Prognos-Studie ergeben hat, nutzt über die Hälfte der Bundesbürger den Direktvertrieb als Einkaufsform. Und die Produkte, die direkt vertrieben werden, werden immer zahlreicher. Im Konsumgüterbereich sind zuerst die Agrarprodukte zu nennen. Sie werden vom Bauernhof per LKW direkt vors Haus gebracht. Die Kunden kennen die Zeiten und warten meist schon auf ihre Lieferung. Bestellungen fürs nächste Mal werden gern entgegen genommen. Darüber hinaus nutzen immer mehr Bauernhöfe den Trend zum Genuss gesünderer Lebensmittel und vermarkten ihre Biowaren ganz direkt.
Aus dem Foodbereich gibt es noch weitere Beispiele für den direkten Weg zum Kunden. Im privaten Umfeld, entspannt zu Hause, können Weinspezialitäten verkostet und deutsche und internationale Weine ganz nach Geschmack individuell zusammengestellt werden. Aus einem Wein-Interessenten kann so schnell ein Wein-Liebhaber werden. Der Fachberater vermittelt dazu das Wissen um Rebsorten, Anbaugebiete, Lagen, Jahrgänge und vieles mehr. Eine Weinprobe im Kreise von Freunden ist zudem ein amüsantes Einkaufserlebnis.
Eis und Tiefkühlkost sind heute in fast allen Haushalten ein unverzichtbarer Bestandteil der Ernährung. Im umfangreichen Katalog kann der Kunde in Ruhe wählen und bekommt seine Bestellung bequem ins Haus geliefert. Dieser Service schließt eine Beratung über gesunde Ernährung und aktuelle Rezeptvorschläge mit ein. Auch Sonderwünsche werden gerne erfüllt.
Die Rollen der Beratung und Vorführung von Waren zu Hause sind zwischen Frauen und Männern unterschiedlich verteilt. Im umsatzstarken Segment der Kosmetik, in dem weltweit agierende Unternehmen vertreten sind, haben die Frauen das Sagen. Zwar wendet sich auch das vielfältige Sortiment für den Haushalt in erster Linie an Frauen, doch treten hier häufiger Männer als Fachberater auf. Die Palette der Produkte ist schier unerschöpflich: vom kleinsten Frischhaltebehälter über Reinigungsgeräte und -produkte, Schmückendes für den Tisch und die Wohnung bis hin zu Töpfen und Küchengeräten, ja vollständigen Systemküchen.
Weiterhin sind zu nennen: neue Medien, Produkte zur Gesundheitspflege, Immobilien und schließlich Autos. Je teurer der Wagen, umso eher spielt die Beratung in den eigenen vier Wänden eine Rolle.
Noch mehr als im Konsumgüterbereich wird der Direktvertrieb von Dienstleistungsanbietern bevorzugt. Sein großer Vorteil liegt auch hier in der persönlichen Beratung. Der Dienstleistungssektor zählt nach wie vor zu den umsatzmäßig stärksten Wirtschaftsbereichen. Nach Aussagen von Experten wird sich dies in der Zukunft noch verstärken. Viele Dienstleistungen sind in hohem Maße erklärungsbedürftig. Gute Bespiele hierfür sind Bausparverträge und Versicherungen. Selbst Banken verwenden heute den Begriff „Direktvertrieb“. Denn in den letzten Jahren wurde die Möglichkeit, Bankgeschäfte abzuwickeln, revolutioniert. Ganz bestimmte Bankprodukte wie Vermögensmanagement und Altersvorsorge vertreiben Außendienstmitarbeiter über die persönliche Beratung in der Wohnung des Kunden.
Schließlich gehören noch dazu: Kabel-Servicegesellschaften, Möbeltransporte, mobile Pflegedienste – eine mit der sich verändernden Altersstruktur der Bevölkerung aufstrebende Branche – und die Energiebranche, die auch Beratung und Verkauf zu Hause anbietet.
Wenn der Kunde einen Berater zu sich nach Hause bestellt, um die Produkte oder Dienstleistungen kennen zu lernen, unterliegt er keiner Verpflichtung zum Kauf. Sollte er etwas bestellen, hat er das gesetzlich verbriefte Recht, innerhalb von zwei Wochen vom Vertrag zurück zu treten. Alle Firmen, die im Bundesverband Direktvertrieb Deutschland zusammengeschlossen sind, verpflichten sich zudem zur Einhaltung spezieller Verhaltensstandards. Damit stehen die Qualität der Produkte und Dienstleistungen mit der Qualität der Beratung auf einer Stufe. Alle Mitgliedsunternehmen wünschen sich zufriedene Verbraucher und langfristige Geschäftsbeziehungen. Sie bieten deshalb mehr Verbraucherschutz als es das Gesetz vorsieht.
Kontakt:
Bundesverband Direktvertrieb Deutschland e.V.
Daniel Marschke
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