Berlin, im Juli 2005. Die Gesellschaft wird weiblicher. Immer mehr Frauen sind berufstätig. Damit haben sie mehr Geld zur freien Verfügung und sind eine attraktive Zielgruppe als Konsumentinnen. Nach einer aktuellen Studie des Schweizer Marktforschungsinstitutes Prognos kaufen Frauen eher im Direktvertrieb als Männer. So wird diese Vertriebsform in Zukunft von den erwerbstätigen Frauen als Käuferinnengruppe profitieren können.
Für den Zukunftsforscher Matthias Horx ist klar: Die Feminisierung der Gesellschaft ist weltweit der Megatrend Nummer eins. Darin ist er sich mit anderen Experten einig. Noch nie hat es weltweit so viele gut ausgebildete Frauen gegeben. Anerkannte Untersuchungen belegen, dass Mädchen in Schule und Studium erfolgreicher sind als Jungen. Die Mehrzahl neuer Arbeitsplätze weltweit wird mit Frauen besetzt. Und noch nie hatten Frauen so viele Möglichkeiten, sich für oder gegen Kinder zu entscheiden oder auch beides, Familie und Beruf, unter einen Hut zu bekommen. Es gibt ein enormes Potential an gut ausgebildeten und belastbaren Frauen, die sich einerseits ihren Kindern widmen, aber andererseits gerne eine anspruchsvolle Aufgabe im Berufsleben übernehmen wollen.
Mit dem Anstieg der Erwerbsquote von Frauen wird ihnen in Zukunft deutlich mehr Geld zur eigenen Verfügung stehen als früher. Dies trifft besonders auf unabhängige Frauen ohne Kinder zu. Damit übernehmen sie einen aktiven Part und bestimmen ihre Kaufentscheidungen selbst.
Wie eine repräsentative Telefonbefragung im Rahmen der Prognos-Studie ergab, bevorzugen erwerbstätige Frauen neben dem Kauf über das Internet und im Versandhandel auch die Verkaufsparty. Verkaufspartys sind bei Frauen fast dreimal so verbreitet wie bei Männern. Nach dieser Untersuchung favorisieren erwerbstätige Frauen deutlich den Kauf im Direktvertrieb gegenüber nicht berufstätigen Frauen. Sie kaufen hier besonders Finanzdienstleistungen, Haushaltswaren und Produkte zur Körperpflege. Durch die weiter steigende Zahl der erwerbstätigen Frauen wird auch der Direktvertrieb profitieren. Wegen ihrer größer werdenden finanziellen Ressourcen und der bleibend hohen Affinität zum Direktvertrieb sind Frauen die Zielgruppe der Zukunft für diese Vertriebsform. Sowohl als Kundinnen als auch als Vertriebsmitarbeiterinnen sind sie besonders interessant. Immer weniger Frauen werden das Bild der klassischen Hausfrau verkörpern. Hier muss der Direktvertrieb weiterhin eine innovative Form der Ansprache finden, um die Zielgruppe zu erreichen. Wenn das gelingt, wird die Feminisierung der Gesellschaft für den Direktvertrieb von Vorteil sein.
Der Bundesverband Direktvertrieb Deutschland e.V. mit Sitz in Berlin vertritt seit 1967 die Interessen namhafter Direktvertriebsunternehmen des privaten Konsumgüter- und Dienstleistungsbereichs. Zu seinen Mitgliedern zählen so bekannte Unternehmen wir Avon, Eismann, Tupperware und Vorwerk. Die Mitgliedsunternehmen haben sich zur Einhaltung sogenannter Verhaltensstandards verpflichtet, die für ein faires Miteinander im Direktvertrieb sorgen.
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