Berlin, den 18. März 2004
Direktvertrieb – das ist heute Einkaufen mit sozialer Komponente und Erlebnisfaktor. „Einkaufen soll Spaß machen“, nach dieser Devise bieten die Außendienstmitarbeiter im Direktvertrieb ihre Produkte an. Ob Dessous-Shows, Test-Essen, Koch- und Kosmetikvorführung oder Weinverkostung, die Angebotspalette ist groß. Während der Einzelhandel seit Jahren über Umsatzverluste klagt, findet das Geschäft in den eigenen vier Wänden immer wieder neue Interessierte und neue Mitarbeiter werden immer wieder gesucht.
Der Direktvertrieb als traditioneller Absatzweg hat sich längst als eigenständige Handelsform ausgeprägt und als Gegenpol zum vielfach anonymen Einkaufen in den letzten Jahren in vielen neuen Geschäftsfeldern durchgesetzt. Besonders für innovative Produkte ist der Direktvertrieb der richtige Weg. Er bietet Menschen, die als Fachberater/in durch eigenen Leistung selbst über ihren Berufserfolg bestimmen möchten, eine große Chance für eine zukunftssichere Tätigkeit im ständig wachsenden Dienstleistungssektor.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass der Direktvertrieb in Deutschland eine beachtliche Größe hat. 2003 waren allein für die Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes rund 202.000 Außendienstler tätig. Trotz des schlechten Wirtschaftsklimas in Deutschland konnte sich der Direktvertrieb im vergangenen Jahr erstaunlich gut am Markt behaupten und seine Anpassungsfähigkeit und Kundennähe einmal mehr unter Beweis stellen. Die im Bundesverband Direktvertrieb zusammengeschlossenen Unternehmen verzeichneten 2003 einen Umsatz von 2,5 Mrd. Euro. Dies ist im Vergleich zu 2002 ein Wachstum um 7,7 Prozent
Wer aus der Arbeitslosigkeit heraus als hauptberuflicher Berater in den Direktvertrieb einsteigt, kann dafür vom Arbeitsamt ein sogenanntes Überbrückungsgeld oder im Rahmen der Gründung einer Ich-AG einen Existenzgründungszuschuss erhalten. Soll die Karriere nebenberuflich gestartet werden, lohnt es sich ebenfalls, wenn weniger als 15 Stunden wöchentlich gearbeitet wird. Wichtig ist, dass das Arbeitsamt unverzüglich informiert wird. Dort sind auch weitere Informationen erhältlich.
Ausnahme: Minijobber oder nebenberuflich Beschäftigte, die nicht aus der Arbeitslosigkeit heraus in den Direktvertrieb einsteigen, dürfen auch mehr als 15 Stunden wöchentlich arbeiten – sofern ihr monatliches Einkommen 400 Euro nicht übersteigt.
Der Einstieg in die Branche ist einfach. Die wichtigsten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start sind Kontaktfreude und Mobilität. Berater im Außendienst sollten außerdem ein angenehmes Auftreten und Lernbereitschaft besitzen, denn die Firmen bieten zur Einarbeitung Schulungen im Rahmen von Produkttraining und Weiterbildung an. Die angehenden Außendienstmitarbeiter lernen zu verkaufen und werden über rechtliche Hintergründe (z.B. Widerrufsrecht) informiert. Finanzielle Investitionen für den Start müssen sich in einem angemessenen Rahmen halten und durch adäquate Gegenleistungen des Unternehmens belegt sein.
Besonders interessant ist eine Tätigkeit im Außendienst auch für Mütter, die nach der Babypause wieder ins Berufsleben einsteigen wollen. Mit flexiblen Arbeitszeiten, bei denen man nicht auf bestimmte Stunden festgelegt ist, hat sich dieser Jobtypus als besonders familienkompatibel erwiesen.
Mittlerweile hat sich bei den meisten Verbrauchern herumgesprochen, dass sie beim Kauf zu Hause sogar noch weitergehende Schutzrechte haben als beim stationären Einzelhandel. Das Haustürwiderrufsgesetz räumt dem Kunden nach Vertragsabschluss in der Wohnung eine Widerrufsfrist von zwei Wochen ein.
Die Mitgliedsfirmen des Bundesverbandes Direktvertrieb Deutschland e. V. gewähren ihren Kunden schon seit 1976 ein solches Recht auf Widerruf der Bestellung. Und im Jahre 1996 schrieben die mittlerweile 30 Mitgliedsfirmen die 1980 in Deutschland verabschiedeten freiwilligen Wettbewerbsregeln (Verhaltensstandards) fort, die beispielsweise die Außendienstler in ihrem Verhalten gegenüber den Kunden ganz besonders in die Pflicht nehmen.
In die Zukunft blickt der Direktvertrieb mit Zuversicht. Zwar wird das Online-Shopping weiterhin an Bedeutung gewinnen, doch davon wird der klassische Einzelhandel sicher stärker betroffen sein. Je anonymer die Kommunikation wird, desto mehr Verbraucher werden das persönliche Gespräch und die Beratung in vertrauter Umgebung zu schätzen wissen.
Bundesverband Direktvertrieb Deutschland e.V.
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