Der Umsatz im Direktvertrieb steigt. Der Direktvertrieb als alternative Absatzform zum stationären Handel nimmt weiter zu. Der Gesamtumsatz des Direktvertriebs im Konsumgüterbereich ist 2004 auf ein Rekordhoch von 7,9 Mrd. € gestiegen. Hinzu kommt ein vermitteltes Finanzvolumen von ca. 136 Mrd. € in Bausparverträgen, Versicherungen, Sparplänen und Fonds. Das entspricht einem Gesamtwachstum von mindestens 12% seit 1994, inkl. Finanzdienstleistungen sogar 18%. Die Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes Direktvertrieb vereinen 30% der Umsätze im Direktvertriebsmarkt auf sich, was 2,4 Mrd. € entspricht.
Die Bedeutung des Direktvertriebs ist stark branchenabhängig. Der Marktanteil des Direktvertriebs an allen Vertriebskanälen variiert nach Branchen stark. So werden ca. 60% der Versicherungen im Direktvertrieb vermittelt, aber nur 20% der Tiefkühlumsätze erfolgen durch Direktvertrieb. Dagegen hat der Direktvertrieb bei Textilien, die traditionell eher über den Einzel- und Versandhandel gekauft werden, nur eine untergeordnete Bedeutung. Unter den analysierten Direktvertriebsbranchen finden sich sehr große Segmente mit Umsätzen oberhalb von 150 Mio. € (Tiefkühl, Finanzdienstleistungen, Haushaltswaren, Haushaltsgeräte sowie personal care), aber auch kleine, schnell wachsende Branchen wie der Markt für Heimtiernahrung oder Dessous-Partys mit Umsätzen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.
Der Direktvertrieb treibt die Branchen voran. Dabei wächst der Direktvertrieb in vielen Branchen überdurchschnittlich stark: Während der Markt für Finanzdienstleistungen laut Prognos Deutschlandreport bis 2020 mit 4,5% p.a. wachsen wird, können Unternehmen des Direktvertriebs nach der vorliegenden Studie im Schnitt 7,5% p.a. Wachstum erzielen. Zu den dynamisch wachsenden Branchen zählen außerdem: Haushaltswaren, Fenster & Türen, Lebensmittel, Bücher & Lexika, Tiefkühlprodukte, Dessous, Tierfutter und Nahrungsergänzungsmittel.
Die Zahl der Beschäftigten im Direktvertrieb steigt. Die wachsende Bedeutung des Direktvertriebs wird ebenso an den wachsenden Mitarbeiterzahlen im Außendienst sichtbar. Mindestens 700.000 Mitarbeiter (Vollzeit und Teilzeit) finden Beschäftigung im Direktvertrieb. Die Akquisitionsstärke der Mitarbeiter ist zugleich Wachstumsfaktor und Wachstumshemmnis: Engpässe bei der Rekrutierung von Mitarbeitern stellen derzeit das größte Hindernis für die Unternehmen dar.